Chumphon 2020


Sonntag, der 23. Februar. Um kurz nach 19:00 Uhr steigen wir aus unserem Flieger aus Bangkok aus. Leider hat unser Flug 50 Minuten Delay, wir sind also recht spät dran.


Ein Sammel-Van bringt uns für 150 Bärte zu unserer Unterkunft, dem Euro Boutique Hotel. Hier bin ich auch bei meinen beiden vorherigen Aufenthalten in Chumphon abgestiegen, und alles war zu meiner Zufriedenheit. Es ist zentral gelegen, gut in Schuss, und hat ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Wir checken ein und beziehen unser Zimmer. Kurz darauf wollen wir wieder raus. Immerhin sind wir eine gute Stunde später hier als geplant, wir wollen keine Zeit verlieren.
Unser Weg führt uns in die Nähe des Bahnhofs. Hier sind einige Lokale, Bars und Restaurants zu finden. Wir entscheiden uns für das Aeki's. Eigentlich wollte ich zunächst zur Farang Bar, dem wohl einzige Lokal im Städtchen, welches von einem Westler geführt wird. Dazu ist wegen unserer Verspätung keine Zeit. Das Aeki's ist aber auch keine schlechte Wahl. Es wird von einem Rasta-Thai geführt und ist bei Backpackern, die auf ihren Zug warten, sehr beliebt. Wir suchen uns einen Tisch im Raucher- respektive Dampfer-Bereich und machen es uns gemütlich. Back in Chumphon!


Aeki, der Cheffe, setzt sich an den Tisch neben uns und beginnt eine Unterhaltung mit mir. Während er an seiner Tüte zieht, erzähle ich ihm, dass ich ihn noch von meinem letzten Besuch her kenne. Er entschuldigt sich, dass er sich nicht mehr an mich erinnern kann. Er verspricht mir aber, dass er sich an mich erinnern wird, wenn wir die nächsten Tage wieder vorbeikommen!

Um 11 Uhr 30 stehe ich auf und mache mich fertig. Dann fahren wir hinunter zur Lobby unserer Unterkunft. Zwecks mieten eines Motobikes wendet sich meine Freundin an eine Dame an der Rezeption. Das Gespräch dauert etwas länger, da scheint es Probleme zu geben. Mein Mädel wendet sich mir zu und erzählt, dass sie kein Motobike mieten kann. Man verlangt hier das Vorzeigen einer entsprechenden Fahrerlaubnis, und die hat sie nicht. Hat sie noch nie gehabt! Und das, obwohl sie fast ihr ganzes Leben Moped fährt, obwohl wir schon oft eines zusammen gemietet haben! Ich bin ein wenig schockiert, damit habe ich nicht gerechnet. Sie erzählt, dass hier vor nicht allzu langer Zeit ein Farang einen schweren Unfall mit einem gemieteten Moped gehabt hat. Da er das Teil ohne Führerschein bekommen hatte, musste der Vermieter eine hohe Geldstrafe bezahlen. Daher werden aktuell in der ganzen Gegend nur noch Zweiräder nach vorzeigen des Führerscheins ausgegeben. Bitter, bitter. Und nun? In Chumphon kann man ohne eigenes Fahrzeug kaum etwas unternehmen, ich habe mich auf so ein Teil verlassen. Meine ganzen Pläne für Chumphon lösen sich in Luft auf!

Was tun? Eigentlich wollte ich heute in die Gegend um Hat Sairee, aber um mit einem Songthaew dorthin zu kommen, sind wir zu spät dran. Die einzige Möglichkeit ist noch Thung Wua Laen, der touristische Hauptstrand der Provinz Chumphon. Wir machen uns auf den Weg zur Abfahrtstelle des Songthaews nach Thung Wua Laen. Dort angekommen, müssen wir feststellen, dass die nächste Tour erst in 45 Minuten los geht. Da haben wir wohl gerade eine Abfahrt verpasst, die Strecke wird jede Stunde bedient. Heute ist der Wurm drin, aber was solls. Wir warten ab.

Um 15 Uhr sitzen wir endlich in einem Songthaew und rauschen Richtung Norden davon. Am Strand angekommen, suchen wir zunächst ein nettes Lokal auf der Landseite der Beachroad auf und sorgen für unser leibliches Wohl. Ich erblicke an einer Wand ein Schild, auf dem "Taxi Service" eingraviert ist. Ich frage nach und erfahre, dass man von hier aus für 400 Bärte Fahrten zurück nach Chumphon anbietet. Gott-sei-Dank, wir können uns Zeit lassen. Das letzte Songthaew fährt bereits wieder in einer guten Stunde, dies wäre ein kurzer Ausflug gewesen.

Wir wenden uns dem Strand zu. Wie zu erwarten war, ist er mehr als spärlich besucht. Touristische Hauptstrand hin oder her, Main Season oder Low Season, in Chumphon ist nie viel los. Und zu Corona-Zeiten schon mal gar nicht.


Mein Kumpel Horst bereitet sich inzwischen für seinen Auftritt vor. Dann hebt er voller Tatendrang ab.














Langsam gleitet unser Flieger wieder zu Boden. Er ist komplett außer Atem, aber die Freude ist ihm anzusehen. Nur das diesige Wetter hat ihm nicht so gefallen. Da muss ich ihm beipflichten! Bewusst sind wir aktuell zur besten Jahreszeit im Lande unterwegs. Ich hatte eigentlich ausschließlich strahlend blauen Himmel erwartet. Die ganzen 1 1/2 Wochen war es aber bisher wettertechnisch eher mau.

Ein Songthaew bringt uns gegen 19 Uhr wieder zurück nach Chumphon. Am Ende der Fahrt ruft der Chauffeur 300 Baht auf. Das ist doch mal eine angenehme Überraschung, denn das sind 100 Bärte weniger als gedacht!
Wir schlendern durch einige dunkle Gassen des nächtlichen Chumphon und stehen dann vor der Farang Bar. Meine Reisegruppe steuert einen der vielen leeren Tische an. Wir nehmen unser Dinner ein. Anschließend zieht es uns weiter in die Gegend um den Bahnhof. Wir setzen uns vor ein Lokal und harren ein paar Stunden aus. Während Kollege Emma gelegentlich einnickt, erzählt Horst weiter aufgeregt von seinem Flug über dem Thung Wua Laen.

Kurz nach 23 Uhr verlassen wir das Lokal. Wir spazieren durch das ruhige Städtchen und streben unserer Unterkunft entgegen.



Um 12 Uhr sitzen wir in einem Songthaew. Das Fahrzeug setzt sich in Bewegung und fährt Richtung Süden. Nach etwa einer Stunde sind wir am Ziel angekommen: Hat Sairee. Wir steigen aus und besichtigen zunächst den Krom Luang Chumphon Schrein, dem Bau zum Gedenken an den Gründer der thailändischen Marine.


Wir spazieren wieder runter zum Strand und schlendern ihn entlang. Am seinem südlichen Ende nehmen wir unter einem Sonnenschutz Platz. Emma und ich ordern Getränke, Horst ein Tröpfchen Öl, und mein Mädel Speisen.


Ich blicke hinüber zu Koh Maprao.


Gerne würde ich ein Boot zur Insel mieten. Morgen oder so. Leider ist es aktuell nicht möglich, der Seegang ist zu stark. Man nimmt keine Besucher mit rüber. Und eine Besserung ist nicht abzusehen.

Während mein Mädel, Emma und ich vor uns hin entspannen, dreht Horst weiter oben seine Kreise.














Kurz nach vier kommt das letzte Songthaew angerauscht. Meine Freundin geht schnellen Schrittes zum Fahrer und unterhält sich mit ihm.


Der Kutscher hat eine schlechte Nachricht: Dies war seine letzte Fahrt, er macht nun Feierabend! Es geht keine Tour mehr nach Chumphon. Ach du Schreck! Bisher fuhr das letzte Fahrzeug kurz nach vier in die Provinzhauptstadt ab, nun schon kurz nach drei! Und nun? Der Fahrer bietet eine Privatfahrt für 500 Bärte an. Ich winke ab. Während des Spaziergangs am Strand heute Mittag stand am Straßenrand ein Taxi, der Fahrer wollte 300 Baht für die Strecke. Wir gehen die Straße entlang, finden aber leider das Taxi nicht mehr. Meine Freundin fragt eine Straßenhändlerin. Sie meint, sie können uns einen Privatfahrer für 400 Baht vermitteln. Wir schlagen ein. Kurze Zeit später kommt der PKW an. Der Lenker freut sich, uns dienen zu können, und möchte 500 Bärte sehen! Grrrr, scheiß drauf. Wir steigen ein und lassen uns zu unserer Unterkunft bringen.

Kurz nach Sonnenuntergang verlassen wir das Euro Boutique Hotel. Wir begeben uns in die Nähe des Bahnhofs und nehmen unser Dinner ein. Dann zieht es uns weiter zur Kreuzung Saladaeng Road / Taweesinka Alley. Hier hat sich mittlerweile eine Menge getan. Vor ein paar Jahren saß ich hier an kleinen Garagen-Bars. Nun hat man an dieser Stelle ein recht großes Ess- und Trinklokal mit Bühne für Livemusik, De Rust Bar genannt, gebaut. Wir setzen uns an einen Tisch und lassen es uns gut gehen. Dabei zeigt sich Emma heute besonders hungrig, er stopft alles nur so in sich rein, findet kein Ende. Da wundert einem sein kleiner Bauchansatz nur noch wenig.


Ein Leo-Promotion-Mädel kommt vorbei. Sie möchte ein Foto von mir mit einer Flasche Leo machen. Sie bekommt für solch ein Bildchen wohl eine kleine Provision. Kein Problem, aber selbstverständlich revangiere ich mich.


Emma zwinkert ihr während dem ganzen Prozedere dauernd zu, aber sie springt nicht drauf an. Hier lernt der Kerl endlich mal seine Grenzen kennen! Lächelnd verschwindet die Dame. Von Emma ist ein Seufzen zu hören, anschließend wendet er sich wieder seinen Speisen zu.

Gegen 23:15 Uhr verlassen wir die De Rust Bar und machen uns auf den Weg in unsere Unterkunft.


Mittwoch, der 26. Februar. Heute habe ich nichts vor. Auf meiner ToDo-Liste stehen zwar einige offene Punkte, aber in Ermangelung eines eigenen Gefährts sind viele von ihnen nicht durchführbar. Wir haben daher Luft und legen heute einen Ruhetag ein.

Mittags machen wir uns einmal mehr auf den Weg Richtung Bahnhof. Dann biegen wir nach links in die Saladaeng ein. Kurze Zeit später stehen wir vor dem Fame. Das Fame ist eine Mischung aus Bar, Restaurant und Reisebüro. Gefühlt werden 90% aller Touren in und um Chumphon von ihm organisiert. Wir betreten den Laden, setzen uns an einen Tisch und ordern Getränke.


Ich inspiziere die Tafel an der Wand  mit den Abfahrtszeiten der Vans und Busse und bin angenehm überrascht! Wir wollen am Sonntag von Chumphon nach Koh Phayam reisen. Ich hatte damit gerechnet, dass die letzte Fahrtmöglichkeit um zwölf Uhr abgehen würde. Und befürchtete zehn oder elf Uhr. Auf der Tafel ist aber 13:00 Uhr angeschlagen. Ich frage am Schalter kurz nach, ja, die Zeiten sind aktuell. Wunderbar, das wird dann ein recht gemütlicher Sonntag werden!

Wir marschieren zurück zum Euro Boutique Hotel und ruhen uns 1 1/2 Stunden aus. Kurz vor Sonnenuntergang stehen wir dann erneut draußen. Wieder einmal wenden wir uns der Bahnhofsgegend zu. Mädel und Emma nehmen an einer Garküche am Straßenrand ein preiswertes Dinner ein. Dann zieht es uns weiter zum Aekis. Der gleichnamige Besitzer des Lokals erinnert sich unser und freut sich über unseren Besuch. Wir setzen uns und verbringen ein paar Stunden bei Speis und Trank.


Kurz nach 22 Uhr sind wir wieder zurück in unserer Unterkunft. Selbst für Chumphon ist dies recht früh, aber wir müssen morgen früh raus. Was Emma und mich aber nicht davon abhält, noch ein, zwei Döschen Bier auf dem Balkon zu öffnen.



Das Summen meines Smartphones reißt mich aus dem Schlaf. Ich öffne meine Augen und blicke auf das Display: 6 Uhr 15. Hölle! Ich kämpfe mich aus dem Bett. Nur mit Mühe kann ich meine kleine Reisegruppe dazu bewegen, es mir nachzutun. Dann stehen alle auf. Wir machen uns fertig.

Um kurz vor acht stehen wir vor unserer Unterkunft. Wir müssen zwanzig Minuten warten, dann kommt ein Van angerauscht. Wir steigen ein. Das Fahrzeug ist recht dünn besetzt, lediglich vier weitere Touris treten die Reise mit uns an. Am Fischerhafen von Paknam, etwa 10 Kilometer südöstlich von Chumphon, steigen wir alle aus. Hier warten bereits weitere fünf, sechs Urlauber auf uns. Alle bekommen Bade- und Schnorchelausrüstung ausgehändigt, dann heißt es warten. Ich stelle mich etwas abseits und nuckle an meiner Dampfe. Plötzlich erscheinen drei Polizisten. Schnell verschwindet mein Dampfgerät in der Hosentasche, denn dampfen ist in Thailand streng verboten. Zu spät, sie kommen direkt auf mich zu. Einer von ihnen spricht mich an, will wissen, wo ich herkomme. Dann beginnt ein kleiner Plausch. Es stellt sich heraus, dass sie zur Touristenpolizei gehören und sich einfach nur vorstellen wollen. Sie überreichen jedem eine Visitenkarte und erklären, dass wir sie anrufen sollen, wenn es irgendwelche Probleme gibt. Dann machen sie noch ein paar Fotos von uns und stellen sich selbst als Motiv zur Verfügung. Uff, Glück gehabt!


Wir betreten unser Boot, welches sich kurze Zeit später in Bewegung setzt. Zunächst geht es auf dem Tha Taphap Richtung Meer. Dieses Stück Bootsfahrt ist alleine schon einen Besuch wert.


Auf dem Meer angekommen, rast unser Kahn mit röhrenden Motoren nach Osten. Leider ist das Meer mehr als unruhig, das Boot ist schwer am Schaukeln. Es springt fast von Welle zu Welle. Dies macht sich irgendwann auch in der Magengegend bemerkbar. Fast alle sitzen apatisch auf den Bänken und starren vor sich hin. Sehnlichst warte ich auf das Ende der Anfahrt. Dann, nach etwa einer Stunde auf dem Meer, ist es geschafft. Wir erreichen Koh Ngam Noi. Ich muss mich konzentrieren und suche mir vorsichtshalber schon einmal eine Kotztüte. Glücklicherweise geht der Kelch an mir vorüber.


Wir gehen schnorcheln. Am Ende meiner Schwimmaktion muss ich einen guten Schluck Salzwasser zu mir nehmen. Dies ruiniert meinen Magen endgültig. Wieder an Bord, erwarte ich sekündlich meine Übergabe. Gott-sei-dank kann ich mich dann aber beruhigen, das Würgen in der Magengegend lässt nach.

Unweit von uns hat inzwischen ein weiteres Boot geankert.


Es geht weiter zum nahen Kho Ngam Yai.


Wir legen eine weitere Schnorchelrunde ein. Die Unterwasserwelt ist erneut phantastisch! Der ganze Meeresgrund ist voller intakte Korallen, zudem schwimmen  eine Menge Fische herum. Leider trüben Schwebstoffe, aufgewirbelt duch das unruhige Wasser, etwas die Sicht. Bei ruhigem Wasser ist das hier ein Schnorchel- und Tauchertraum!


Das Boot setzt seine Fahrt fort. Wir umrunden zunächst Kho Ngam Yai, dann geht es weiter nach Koh Talu.


Kurz vor drei treten wir die Rückfahrt nach Paknam an.


Wir schippern wieder den Tha Taphap hoch.


Unser Boot legt am Pier an, wir gehen von Bord. Diese Tour hat sich gelohnt! Leider haben wir nicht die Trauminsel Koh Lung Ga Jiw angesteuert. Nach dem Tourplan wäre hier ein Landgang angesagt gewesen. Dort hätte dann auch Flieger Horst auf seine Kosten kommen können. So ist der kleine Kerl etwas betrübt. Aber mein Tourveranstalter hat für seinen selbst organisierten Ausflug nicht genügend Touris zusammenbekommen, daher wurden die Gruppen zweier Veranstalter zusammengefasst, und man hat eine etwas abgeänderte Route durchgeführt. Schade!
Wir werden zurück zum Euro Boutique gefahren, wo wir uns ein wenig ausruhen.

Kurz vor sieben stehen wir wieder draußen. Wir suchen ein Restaurant schräg gegenüber das Bahnhofs auf. Den Rest des Abends verbringen wir in einer Bar am Straßenrand. Früher saß ich hier öfter, aber sie hat ihre beste Zeit schon lange hinter sich. Vor ein paar Jahren bot sie sogar Live-Musik. Nun ist es ruhiger. Und dass die Betreiber des Lokals den eigentlichen Gastraum inzwischen zu einer Art Wohnzimmer umfunktioniert haben, tut der Atmosphäre auch nicht gut.


Ich lasse unseren Ausflug Revue passieren. Es war ein klasse Tag. Aber die unruhige See mit der damit verbundenen leichten Eintrübung des Wassers, sowie der gestrichene Abstecher nach Koh Lung Ga Jiw, waren etwas suboptimal. Zudem fehlte lange Zeit strahlend blauer Himmel. Daher werde ich die Tour irgendwann erneut angehen müssen.

Gegen elf Uhr verlassen wir das Lokal und machen uns auf den Weg in unserer Unterkunft.


Heute haben wir uns für 1500 Bärte ein Songthaew samt Fahrer gemietet. Wir fahren mittags gen Norden davon.


Nach etwa einer Stunde Fahrt haben wir unser Ziel erreicht: Ao Thung Sarng. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen und chillen vor uns hin.


Irgendwann wird es Emma und mir dann etwas langweilig. Wir stehen auf, Emma legt sein Döschen Bier zu Seite, und wir schlendern den Strand entlang.


Wir kommen wieder zurück zu unserem Rastplatz. Mittlerweile ist auch Horst aktiv geworden. Er zieht weit oben seine Bahnen.


Gegen 16 Uhr brechen wir wieder auf. Wir gehen zu unserem Songthaew und steigen hinten auf. Das Fahrzeug setzt sich in Bewegung. Zurück auf der Hauptstraße, biegt der Kutscher auf meinem Wunsch hin nach links ein. Wir nähern uns wieder dem Wasser. Die Straße wird immer kleiner, entwickelt sich zu einem Feldweg.


Wir halten an. Nur vielleicht 100 Meter entfernt befindet sich ein verdeckter Strand. Keine Ahnung, wie er heißt. Keine Ahnung, ob wir ihn überhaupt betreten können. Aber Horst hat ihn bei unserem letzten Aufenthalt hier in der Gegend entdeckt, und somit meinen Wunsch entfacht, ihm einen Besuch abzustatten. Von oben sieht er aus wie ein verkleinertes Abbild von The Beach, dem Traumstrand aus dem Film mit Leonardo DiCaprio. Wir marschieren los. Nach kurzer Zeit stehen wir vor einem geöffneten Tor. Mein Mädel stoppt. Sie weigert sich weiterzugehen. "Hier ist nicht Isaan! Es kann passieren, dass man auf uns schießt!", meint sie. Da ich sie nicht alleine zurücklassen will, und auch mir Bedenken kommen, breche ich die Sache ab. Schade, schade. Da werde ich vor einem nächsten Aufenthalt in Chumphon einen anderen Zugang per Google Maps suchen müssen. Denn besuchen will ich den Strand auf jedem Fall einmal!

Wir gehen wieder zurück zu unserem Fahrzeug und fahren los. An einem kleinen Restaurant an einem Strand legen wir eine kurze Rast ein. Mittlerweile hat es zugezogen, es kann jederzeit anfangen zu Regnen.


Gegenüber liegt Koh Kye, eine weitere wunderschöne Insel in der Provinz. Selbstverständlich unbewohnt, fast immer ohne Touris, und mit sowas von einem Strand. Man kann hier irgendwo ein Longtail mieten und sich hinüberfahren lassen. Ein weiterer Punkt auf meiner Todo-Liste. Aber um das zu organisieren und durchzuführen, müssten wir unabhängig sein. Dazu bräuchten wir ein eigenes Fahrzeug. Also Satz mit X. Egal, ich werde wiederkommen. Der versteckte Strand und Koh Kye laufen mir nicht weg.

Es geht zurück nach Chumphon.


Um Viertel nach fünf erreichen wir das Euro Boutique Hotel. Wir verabreden mit dem Fahrer eine weitere kleine Tour für morgen, dann gehen wir hinauf auf unser Zimmer.

Den Abend verbringen wir noch einmal im Aekis Pub and Restaurant. Der Besitzer freut sich, uns wiederzusehen, und serviert uns Speis und Trank.


Um kurz vor eins stehen wir vor dem Euro Boutique Hotel. Unser Fahrer von gestern wartet bereits auf uns, wir besteigen sein kleines Songthaew. In Paknam angekommen, biegen wir nach rechts ein. Dann müssen wir das Fahrzeug wechseln. Wir wollen hoch zum Khao Matsee Viewpoint, die steile Straße hinauf kann sein Gefährt nicht bewältigen. Dies ist aber kein Problem, man hat hier einen kleinen Pendelverkehr zum Gipfelpunkt eingerichtet.

Oben angekommen, genießen wir die klasse Aussicht auf die See und den Ort Paknam. Wir laufen ein wenig herum, legen zwischendurch in einem kleinen, menschenleeren Restaurant eine Pause ein.


Ich denke mir, dass es vielleicht besser gewesen wäre, hier oben ein paar Stunden später zu stehen. Dann wäre die Sicht sicher besser, es klart immer weiter auf. Egal! Es wird Zeit für den Abstieg, wir fahren wieder hinunter.


Am Ausgangspunkt unserer Bergtour wartet unser Fahrzeug auf uns.


Es geht zurück nach Chumphon.


Wir lassen uns zum Fame bringen und steigen dort aus. Dann verabschieden wir uns von unserem Fahrer. Bye, bye, see you next time. Irgendwann einmal, in ein paar Jahren. Wir betreten das Fame und setzen uns an einem Tisch. Nachdem wir unseren Durst gestillt haben, erwerbe ich Fahrkarten nach Koh Phayam. Dann machen wir uns auf den Weg zum Euro Boutique und ziehen uns in unser Zimmer zurück.

Gegen 19:00 Uhr marschieren wir zur Farang Bar. Zum Abschied muss ich dort unbedingt noch einmal vorbeischauen. Wir ordern unser Dinner, ich entscheide mich für ein deftiges Hähnchenschnitzel mit Pommes und Kapü! Wer weiß, wann ich solch eine Köstlichkeit das nächste Mal genießen kann?


Heute Abend ist auch eine mir bekannte Bedienung anwesend. Bekannt von meinen letzten Aufenthalten im Städtchen. Auch sie erkennt mich wieder, wir unterhalten uns ein wenig. Viel zu tun hat sie nicht, es treiben sich nur wenige Gäste im Lokal herum.


Nach der Mahlzeit machen wir uns auf den kurzen Weg zum De Rust. Wir sind froh, noch einen freien Tisch zu ergattern. Es ist Samstag Abend, der Laden ist gut gefüllt!


Ein paar Polizisten betreten das De Rust. Gott sei Dank bin nicht ich bzw. meine Dampfe das Objekt ihrer Begierde. Sie stellen jemanden hinter uns zur Rede. Er hat ein Polizei-T-Shirt an. Sie fordern ihn auf, das Teil auszuziehen. In Chumphon scheint nicht viel los zu sein, wenn man die Zeit hat, sich um so eine Lappalie zu kümmern. Der Herr kommt ihrer Aufforderung nach, alles wieder gut.


Sonntag, der 1.03.2020. Um 9 Uhr 30 klingelt der Wecker. Wir stehen auf, machen uns fertig, packen. Punkt zwölf Uhr checken wir aus. Anschließend machen wir uns auf den Weg zum Fame. Dort angekommen, ist noch etwa Zeit. Wir setzen uns.


Ein Songthaew, das uns zum Abfahrtspunkt unseres Vans bringen soll, kommt angerauscht. Der Fahrer steigt aus, wir fangen an zu grinsen. Es ist der gleiche Herr, der uns die letzten zwei Tage zu Diensten war. Die Welt ist klein!

Unser Kutscher fährt uns zum eigentlichen Startpunkt unserer Reise. Wir steigen aus und sind überrascht: Die Farang Bar, in der wir gestern unser Dinner zu uns genommen haben, ist keine zehn Meter entfernt. Wiedersehen macht Freude! Im Innern des Gebäudes, vor dem unser Fahrzeug steht, befindet sich ein Ticketschalter mit kleinem Warteraum. Ich bin ja nun schon öfters an diesem Haus vorbeigegangen. Aber dass man hier Fahrkarten kaufen kann, das ist mir verborgen geblieben. Hätte ich es geahnt, hätte ich hier gebucht, und wäre nicht den Umweg mit dem Fame gegangen.


Um kurz vor eins setzt sich unser Sammeltaxi Richtung Süden und Koh Phayam in Bewegung.